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Pressemitteilung vom 18.08.2006

Müllheizkraftwerk Kassel modernisiert Rauchgasreinigung

Kassel. Die Müllheizkraftwerk Kassel GmbH modernisiert einen Teil ihrer Rauchgasreinigung der Müllverbrennungsanlage Am Lossewerk in Kasseler Stadtteil Bettenhausen. Nach Angaben des Betreibers ist die Anlage am Ende ihrer Lebensdauer. Korrosionsschäden führen dazu, dass sich der Betrieb der Anlage durch Instandsetzungsarbeiten von Jahr zu Jahr verteuert. Die Modernisierung beläuft sich auf eine Investitionssumme von etwa 16,5 Millionen Euro.

Zwischen den Jahren 1996 und 1999 wurde die Rauchgasreinigungsanlage entsprechend den Vorgaben der 17. BundesImmissionsSchutzVerordnung (BImSchV) ausgestattet. Der ältere Teil der Rauchgasreinigung, errichtet Mitte der 80er-Jahre, musste zu diesem Zeitpunkt nicht erneuert werden, da er in das neue Anlagenkonzept integriert werden konnte. Der Betrieb in den letzten Jahren zeigte aber immer deutlicher, dass die Anlage überholt werden muss. Die daraufhin vom Betreiber geplante Modernisierung musste zwei Kriterien erfüllen: Mit möglichst geringem finanziellen Aufwand muss die Müllverbrennungsanlage die Grenzwerte der 17. BImSchV erfüllen.

Nach den Untersuchungsergebnissen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wurde ein neues Rauchgasreinigungsverfahren gewählt. Dabei werden die Rauchgase, die den Kessel verlassen, durch einen Wärmetauscher heruntergekühlt und mit Hilfe von Natriumbicarbonat, und einen nachgeschalteten Gewebefilter behandelt. Nach dieser Reinigung erfüllen die Rauchgase schon die Vorgaben der 17. BImSch – lediglich der Wert für Stickoxid liegt noch darüber. Der bereits im neueren Teil der Abgasreinigung vorhandene Herdofenkoksfilter kann dabei weiter genutzt werden und dient jetzt als „Polizeifilter“. Das bedeutet, dass er eine zusätzliche Reserve bereithält, um eventuelle Schwankungen der Rauchgaszusammensetzung garantiert auszugleichen. In der nachgeschalteten Entstickungsanlage werden schließlich die Stickoxide soweit gereinigt, dass sie problemlos die Grenzwerte der 17. BImSchV einhalten. Vorteil der neuen Anlage ist, dass zwischen den beiden Rauchgasreinigungslinien ein so genanntes Wärmeverschiebungssystem installiert ist, dass eine zusätzliche Fernwärmeproduktion ermöglicht.

Der ältere Teil der Rauchgasreinigung wird bis 2008 durch eine neue Anlage ersetzt. Bereits in diesem Jahr beginnt der Bau der neuen Rauchgasreinigungslinie, die Mitte des nächsten Jahres in Betrieb geht. Anschließend wird die vorhandene, nicht mehr genutzte Linie rückgebaut. Die derzeitigen Planungen gehen davon aus, dass die Arbeiten und Inbetriebnahmezeiten keinen größeren Einfluss auf die zu verbrennende Müllmenge haben werden. Dennoch ist es ein anspruchsvolles Projekt, das einen Neubau mit gleichzeitigem Betrieb der vorhandenen Anlage vorsieht.

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