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Die Rauchgasreinigung

Bei der Verbrennung von Abfällen entsteht Rauchgas. Bis zum Umbau der Rauchgasreinigungsanlage wurden die Rauchgase in einem quasitrockenen Sprühabsorptionsverfahren mit Kalkmilch mit einem vorgeschalteten Elektrofilter gereinigt.

Mit der 2008 in Betrieb gegangenen neuen Rauchgasreinigungsanlage wurde auf ein Trockenadsorptionsverfahren mit Natriumhydrogencarbonat (genannt Natriumbicarbonat) mit Aktivkohleeindüsung im Flugstromverfahren umgestellt. Dieses Verfahren arbeitet rein trocken und benötigt keine Wasserzugabe in Form von Kalkmilch. Die Rauchgase, die den Kessel verlassen, werden durch einen Wärmetauscher heruntergekühlt und mit Natriumbicarbonat behandelt. Das Natriumbicarbonat verbindet sich mit den sauren Bestandteilen des Rauchgases zu Salzen. Diese werden in einem nachgeschalteten Feinstfilter aus Gewebematerial zurück gehalten. Dieser Filter besteht aus jeweils zwei Filterkammern mit insgesamt 2.496 Filterschläuchen pro Rauchgasreinigungslinie.

Nach dieser Reinigung erfüllen die Rauchgase die Vorgaben der 17. BImSchV - lediglich der Wert für Stickoxid liegt noch darüber.

Der als „Polizeifilter“ dienende Herdofenkoksfilter garantiert als zusätzliche Reserve den Ausgleich eventueller Schwankungen der Rauchgaszusammensetzung. Etwa 90 Mg Herdofenkoks pro Linie sorgen dafür, dass die restlichen bisher noch im Rauchgas verbliebenen Schadstoffe, vor allem die hoch giftigen Dioxine und Furane, abgeschieden werden. Ständig werden bis zu 100 kg Herdofenkoks pro Stunde aus dem Filter entnommen und die gleiche Menge unbelasteter Herdofenkoks wieder zugeführt, so dass die gleiche Reinigungsqualität erhalten bleibt.

In der nachgeschalteten Entstickungsanlage (DeNOx-CO-Katalysator) werden schließlich die Stickoxide und das Kohlenstoffmonoxid aus dem Rauchgas oxidiert. Über zwei Kamine gelangen die gereinigten Rauchgase in die Atmosphäre.

Durch die Umstellung des Rauchgasreinigungsverfahrens vom Sprühabsorptionsverfahren mit Kalkmilch auf das Trockenadsorptionsverfahren mit Natriumbicarbonat wird eine energetische Optimierung der Prozessabläufe ermöglicht, da die Energie des Rauchgases, die früher zur Verdampfung der Kalkmilch notwendig war, nun zur Dampfproduktion bzw. zur Fernwärmeerzeugung genutzt wird. Hierzu wurde zwischen den beiden Rauchgasreinigungslinien ein so genanntes Wärmeverschiebungssystem installiert.

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